Alpbachtal Wildschönau

Hier suchen Briten und Holländer noch das typische urige Tirol und finden es manchmal auch. Das Skigebiet Alpbachtal Wildschönau überspannt zwei Seitentäler des Inntals und liegt 50 km von Innsbruck entfernt. Das 109 km große Skigebiet wird von einigen Skiurlaubern einfach übersehen, obwohl es eines der größeren Skigebiete in Tirol ist. Die großen Massen steuern eher das benachbarte Zillertal, Kitzbühel oder die Skiwelt Wilder Kaiser an. Die kleineren Dörfer Alpbach, Inneralpbach und Auffach konnten so ihre ursprünglich alpenländliche Form beibehalten.

Blick vom Gmahkopf (1900 m) - © bergeandmoreBlick vom Gmahkopf (1900 m)

Pistenplan © Skijuwel Alpbachtal Wildschönau – Interaktiver Pistenplan: skimap.skijuwel.com

Skijuwel Alpbachtal Wildschönau

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as Skigebiet Alpbachtal Wildschönau (die offizielle Bezeichnung lautet Skijuwel Alpbachtal Wildschönau) besteht aus zwei Hauptskigebieten, das Gebiet am Wiedersberger Horn und das Gebiet am Schatzberg. Beide Gebiete sind miteinander verbunden. In Niederau und in Reith im Alpbach befinden sich noch zwei kleinere Skigebiete. Verbindungsbahnen zu den Hauptskigebieten bestehen bei den zwei kleineren Skigebieten allerdings nicht.

Pisten am Gmahkopf (1900m) - © bergeandmore
Astabfahrt am Gmahkopf unterhalb des Wiedersberger Horns (2128 m)

Eine Mehrtälertour in einem urigen Skigebiet

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as Besondere an dem Skigebiet ist, dass man eine Mehrtälertour per Ski unternehmen
Ski Ausrüstung
kann. 
Man kann sich beispielsweise per Ski von Alpbach über Inneralpach nach Wildschönau-Auffach durchhangeln. Diese Tour will ich euch heute vorstellen. Bevor man den Ort Alpbach aus dem Inntal von Reith kommend erreicht, steigt man hierzu in die Wiedersbergerhorn Gondelbahn ein und fährt erst einmal auf den Gemahkopf (1900 m) unterhalb des Wiedersberger Horns (2128 m). Oben angekommen sollte man sich erst mal die Zeit nehmen und den tollen Rundblick auf das Inntal, das Karwendel- und das Rofangebirge genießen. Anschließend geht’s runter nach Inneralpbach, mit 1050 m Höhe dem höchstgelegenen Dorf im Tal.

Für die Talabfahrt steht eine rote weite Piste (Nr. 47) zur Verfügung oder man nimmt die Skiroute Baumgarten (Route 66), eine Tourenabfahrt. Die unpräparierte Tourenabfahrt besteht aus Ziehwegen und kleinen Wiesenstücken im Wald. Ok, manchmal wird’s da ein bisschen holprig, aber Spass macht die Route auf jeden Fall. Bei ausreichend Schnee kann man so vom Wiedersberger Horn (2128 m) rund 1000 Höhenmeter hinunter nach Inneralpbach fahren. Etwas entspannter geht´s mit der Inneralpbach Abfahrt (Nr. 47) ins Tal. Die abwechslungsreiche rote Talabfahrt nach Inneralpbach weist breite Hänge und kurze steilere Abschnitte auf und führt im unteren Teil malerisch durch den Wald. Mir gefallen beide Talabfahrten ganz gut.

Erst mal eine Pause

Im Tal in Inneralpbach angekommen, kann man erst mal eine Brotzeit einlegen oder gleich auf der anderen Talseite hoch auf den Schatzberg (1903 m) fahren. Oben angekommen werden noch schnell ein paar Bilder von dem großen Galtenberg (2424 m), der weiter weggelegenen Reichenspitze (3303 m) oder dem Kaisergebirge (2344 m) geknipst und schon geht’s auf der anderen Talseite wieder runter nach Auffach ( 875 m). Die roten Skipisten nach Wildschönau-Auffach sind meines Erachtens  sehr weit und gut zu fahren. In Wildschönau-Auffach drehn die meisten Skifahrer um und fahren mit der Gondelbahn zurück auf den Schatzberg. Es besteht aber auch die Möglichkeit, mit dem Skibus ein paar Kilometer nach Niederau (828 m) zu fahren und, dort angekommen, die Gondelbahn auf das Markbachjoch (1500 m) zu nehmen. Das Skigebiet dort hat einige schwarze Pisten und eine lange Rodelbahn.

Die Rückreise erfolgt so, wie man hergekommen ist. Wer spät startet, sollte die Uhr im Auge behalten, damit die Anschlüsse noch klappen, da die Bahnen zwischen 16:00 und 16:30 schließen. Bei meiner letzten Tour hatte ich bei den Anschlussbahnen nur noch wenige Minuten Zeit, da ich viel zu spät gestartet war. Zur Not gibt’s aber immer noch den Skibus.

Alpbachtal Wildschönau, vorne links Kaisergebirge mit wildem und zahmen Kaiser - © bergeandmoreSkipiste am Schatzberg, fast reiner Kunstschnee im Dez 2015, aber gut fahrbar

Es wird gut beschneit

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rotz der im Vergleich zu den Skigebieten im Zillertal etwas niedrigeren Lage wird der Skibetrieb durch zahlreiche Beschneiungsanlagen auch bei einem Mangel an natürlichem Schnee gewährleistet. Ich war bei meterhohem Schnee und auch zuletzt Ende Dezember im Jahr 2015 bei quasi Null natürlichem Schnee und grünen Wiesen dort und in beiden Fällen konnte man relativ gut fahren. Die Betreiber bemühen sich auch bei Schneemangel zumindest eine Talabfahrt offen zu halten.

Gleich drei Snowparks lassen das Herz eines jeden Wintersportlers noch etwas höher schlagen. Während die einen sich in der Halfpipe austoben, genießen andere Brettlfans die schönen roten und schwarzen Abfahrten am Wiedersbergerhorn. Dieses Teilgebiet gefällt mir persönlich am besten. Hier befindet sich mit 2015 Meter Höhe auch die höchste Stelle des Skigebietes.  Da es am Schatzberg nur wenige blaue Pisten gibt, fahren absolute Anfänger am besten am Gemahkopf am Wiedersberger Horn. Hier findet man Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Der Einstieg in das Hauptskigebiet kann über zwei Gondelbahnen im Alpbachtal oder die Gondelbahn in Auffach erfolgen.

Wer mal anders Skifahren will, fährt vom Schatzberg eine 7,5 km lange Skiroute nach Thierbach, sucht sich ein Lokal zum Pausieren und fährt anschließend mit der Bummelbahn entspannt zurück zur Talstation der Gondelbahn in Auffach.

Ein kurzes einfaches Panoramavideo.

Nordisch: Das Alpbachtal ist kein großes Langlaufrevier. Oberhalb von Inneralpbach gibt es eine Loipe.

 Wo könnte man übernachten?

  • Alpbach: Alpbach ist ein schöner Ort. Zu den Liften geht’s mit dem Skibus oder Auto, da die Lifte nicht in Alpbach starten.
  • Inneralbach: Wer ein Stück weiter ins Tal bis nach Inneralpbach reinfährt, wohnt auf 1050 m Höhe direkt im Skizirkus. Die Gondelbahnen und Pisten befinden sich dann direkt vor der Haustür.
  • Reith im Alpbachtal: Hier wohnt man zentraler und kann Ausflüge ins Inntal unternehmen. Der Ort hat ein kleines hauseigenes Skigebiet. Zum Hauptskigebiet geht’s mit dem Skibus oder Auto.
  • Wildschönau-Auffach: Im Nachbartal bietet sich zunächst Auffach an, da man wiederum direkt bei den Pisten und Liften wohnt.
  • Niederau: Niederau hat, wie schon ausgeführt wurde eine eigenes Skigebiet. Zum Hauptskigebiet geht’s mit dem Skibus oder Auto.
  • Wildschönau-Oberau: Der Ort hat ebenfalls ein eigenes Skigebiet. Zum Hauptskigebiet geht’s mit dem Skibus oder Auto.

Tipps:

  1. Kufstein: Die Altstadt inklusive der Festung von Kufstein sollte man sich nicht entgehen lassen.
  2. Innsbruck: Die Altstadt von Innsbruck ist immer ein Ausflug wert.
  3. Achensee Blick Richtung SüdenAchensee: Sofern der Achenpass geöffnet ist, kann man auch einen Ausflug zu dem fjordartigen Achensee unternehmen.

 

Fazit

Also, das Skigebiet Alpbachtal-Wildschönau hält von kinderleicht bis anspruchsvoll und Skirouten alles bereit, was das Skifahrerherz höherschlagen lässt. Einen so schönen Rundumblick auf viele bekannte Tiroler Berge und Gebirgsmassive hat man auch selten. Da das Skigebiet von einigen Skifahrern schlicht übersehen wird, gibt es an den meisten Tagen kaum Schlangen an den Liften. Selbst in der diesjährigen Weihnachtswoche im Jahr 2015 fand ich kein größeren Schlangen an den Liften vor. –

 

Ich wünsche euch einen schönen und erholsamen Urlaub!

Bergsteiger

Bild von Frank

Hallo, ich schreibe für euch Beiträge aus Bayern und Österreich. Ich bin gebürtiger Pfälzer und seit meinem vierten Lebensjahr zu Fuß oder per Ski in den Bergen unterwegs. Ich habe so im Laufe meines Lebens schon viele schöne Skigebiete, Berge und Orte in den Alpen und anderen Gebirgen kennenlernen dürfen, die ich euch hier mit der Zeit vorstellen werde.

Links: www.alpbachtal.at/deInteraktiver Pistenplan

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